Notizen vom Mikro – Rallye Köln-Ahrweiler 2017

Zum inzwischen dritten Mal durfte ich gestern bei der Rallye Köln-Ahrweiler zwei Wertungsprüfungen kommentieren. Trotz der kalten Temperaturen hat das wieder jede Menge Spaß gemacht. Denn bei der beliebten Rallye für Youngtimer und Oldtimer treten viele Autos an, die mich schon als Schüler begeisterten.

Wie in den Vorjahren übernahm ich auch 2017 die Moderation von zwei Wertungsprüfungen. Kurz vor der Mittagspause der Rallye kommentierte ich die Wertungsprüfung (WP7) „Südschleife“. Am späten Nachmittag kommentierte ich die Wertungsprüfung (WP11) „Scharfer Kopf“. Die Prüfungen in unmittelbarer Nähe des Nürburgrings locken traditionell viele Zuschauer an.

Auf den Spuren der Südschleife

Dessen Streckenführung folgt den Spuren der Südschleife des Nürburgrings. Das war die kleine Schwester der Nordschleife. Sie lies sich zusammen mit der Nordschleife zu einer 28,265 Kilometer langen Gesamtstrecke kombinieren. Doch das fand eigentlich nur in den Anfangsjahren der 1927 eröffneten Strecke regelmäßig statt. Denn schon ab 1931 fuhren die wichtigen Rennen meist „nur“ noch auf der Nordschleife.

Theoretisch gab es die Möglichkeit, auf beiden Streckenteilen parallel zu fahren. Doch der Südschleife fehlte dann eine Boxengasse. Denn eigentlich teilten sich beide Varianten des Nürburgrings die Boxen, die Start- und Zielgerade sowie die Gegengerade. Weshalb auf der reinen Südschleife (5,72 Kilometer) allenfalls Veranstaltungen des Clubsports stattfanden.

Zusammen mit der legendären Betonschleife ergab die Südschleife eine 7,747 Kilometer lange Strecke. Auf ihr fanden primär Motorradrennen statt. Automobiles Highlight auf der Südschleife war das Eifelrennen. Bei diesem Event trat ab 1959 zunächst die Formel Junior an. Ab 1964 fuhr dabei dann auch die Formel 2 auf der Südschleife des Nürburgrings.

Die Südschleife war steil

Doch zum Streckenprofil der Südschleife gehörten starke Gefälle von bis zu 11 Prozent. Der tiefste Punkt der Strecke lag am Ortsrand von Müllenbach. Auf dem Rückweg zu Start- und Ziel mussten die Rennwagen Steigungen von bis zu 16 Prozent bewältigen. Dazu führte die Strecke durch den dichten Eifelwald. Nach den in der Eifel nicht seltenen Regenschauern benötigte die Strecke ungewöhnlich lange, um abzutrocknen.

Deshalb wechselten immer mehr Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen auf die Nordschleife. Die Formel 2 trat schon 1968 letztmals auf der Südschleife an. Zu den letzten größeren Rennen auf der Südschleife gehörte 1970 das „AvD-SCM-Rundstrecken-Rennen“. Bei dieser Gelegenheit umrundete Helmut Kelleners im March 707 die Südschleife mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 175,8 Kilometern pro Stunde.

Ostern 1971 folgte noch das „6. ADAC-300-km-Rennen um den Goodyear-Pokal“. Dann verfiel die Südschleife zunehmend in einen Dornröschenschlaf. Wohl auch, weil die Nürburgring GmbH der Südschleife bei der Modernisierung 1970/71 keine Beachtung schenkte. Mit dem Neubau der heutigen Grand-Prix-Strecke gab die Nürburgring GmbH die Südschleife endgültig auf.

Teile der ehemaligen Rennstrecke sind heute öffentliche Straßen. Die Kreisstraße K78, die heute von vom „Eifeldorf“ vor den Toren der Grand-Prix-Strecke nach Müllenbach führt, folgt dem Verlauf der Südschleife. Weitere Reste der Strecke sind heute Zubringerstraßen für die Grand-Prix-Strecke. Dazu zählt auch der Streckenabschnitt „Scharfer Kopf“. Hier folgt auf eine fast rechtwinklige Rechtskurve eine langgezogene Linkskurve.

Rallye Köln-Ahrweiler 2017

Bei der Rallye Köln-Ahrweiler 2017 bildeten diese Reste der ehemaligen Südschleife wieder einen tollen Rahmen für gleich zwei Wertungsprüfungen. Wobei die Veranstalter der Rallye die Parkplätze des Nürburgrings in die Streckenführung einbeziehen. Wodurch Schotterpassagen die Asphaltpassagen verbinden. Alles zusammen ein optimales Geläuf für Rallye-Boliden wie den Ford Escort RS, den Opel Kadett C, den Opel Ascona 400 oder den Audi Quattro.

Zur Freunde der zahlreichen Zuschauer, die auch bei der Rallye Köln-Ahrweiler 2017 wieder an der Strecke standen, drifteten diese wunderbaren Rallye-Boliden durch die Eifel. Auch wenn das unsägliche Gruppe-H-Verbot im Rallyesport natürlich für Lücken im Feld sorgt. Aber das, das sind zurzeit einfach die Rahmenbedingungen, die nicht zu ändern sind.

PS: Einen schönen Bericht zur die Rallye gibt es übrigens bei Mike Frison.

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