Oldtimer-Revier

Auch der Oldtimer muss versichert werden

veröffentlicht am 24.11.2011, 06:40

Bis vor rund 10 Jahren wurden Versicherungen überwiegend von Versicherungsvertretern am Wohnzimmer- oder auch Küchentisch des Kunden verkauft. Loriot hat in seinem wunderbaren Sketch Vertreterbesuch mit dem Versicherungsvertreter Schober von der „Allgemeinen Hannoverschen Lebens- und Krankenversicherungs GmbH" den Berufsstand der Versicherungsvertreter mit einer Nebenrolle gewürdigt. Doch das Internet hat auch den Versicherungsmarkt verändert. Gerade jetzt, im November prasselt in den Werbeblöcken des Kommerzfernsehens unablässig die Botschaft auf den Verbraucher herab, dass der Wechsel der Kfz-Versicherung der Weg zu Glück sei.

Damit erreicht man offensichtlich das Volk der deutschen Schnäppchenjäger. Denn auf der Suche nach einer günstigen Autoversicherung verliert der Deutsche an seinem Rechner jede Angst vor dem ansonsten bösen Computer. Sorgfältig klickt der Deutsche sich durch die meist endlosen Dialoge, in der Hoffnung mit der Preisgabe möglichst vieler persönlicher Daten die günstigste Versicherung für das eigene Kulturgut zu finden. Am Ende der Odyssee steht dann meist eine Liste, in der die Produkte der unterschiedlichen Gesellschaften einfach preislich sortiert wurden.

Natürlich ist der Preis ein starkes Argument, doch für einen seriösen Versicherungsvergleich springt diese Betrachtung zu kurz.

Denn die meisten Online-Dienste werden ihrem Namen „Versicherungsvergleich" gar nicht gerecht. Dass einige Gesellschaften in ihren Versicherungsbedingungen die Haftung für Glasbruch-Schäden auf das Scheinwerferglas beschränken und so das Leuchtmittel vom Schutz ausnehmen, bemerkt der Kunde dann erst, wenn er die Kosten für die Xenon-Lampe seines Autos selbst tragen darf.

Würde man nach dem Muster vieler Vergleiche auch Autos vergleichen, dann würde der Tata Nano die S-Klasse von Mercedes schlagen. Denn beide bieten vier Plätze und sorgen für Mobilität. Da der Tata billiger als der Mercedes ist, wäre er in diesem „Autovergleich" der Sieger.

Glauben Sie nicht, warum suchen Sie dann ihre Versicherungen so aus?

Hinzukommt, dass die Vergleichsportale ebenfalls Versicherungsvermittler sind und sich über Provisionen oder Tippgeber-Prämien finanzieren. Kaum einer der Anbieter bietet einen Überblick über den gesamten Markt. Stattdessen werden im „Vergleich" die Gesellschaften bewertet, die die jeweilige Plattform im Angebot hat. Zudem ist das Angebot auf Standardprodukte beschränkt, wer etwas seinen Oldtimer als Zweitwagen versichern möchte, ist - für ein gutes Angebot - weiterhin meist auf den Fachmann angewiesen.

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