Lotus ist zurück, oder auch nicht

veröffentlicht am 24.01.2010, 11:21

In wenigen Wochen startet die Formel 1 Saison 2010. Voraussichtlich stehen dann mit Campos Dallara, US F1 Team, Virgin Racing und Lotus-Cosworth vier neue Teams am Start. Beim Namen Lotus zucken Traditionsfreunde natürlich sofort. Sollte das von Colin Chapman gegründete „Team Lotus“ 5600 Tage nach dem Großen Preis von Australien 1994 im März in Bahrain tatsächlich wieder bei einem Rennen der Formel 1 starten? Nein, denn der Formel-1-Starter, der 2010 diesen Namen trägt, hat nichts mit dem britischen Traditionsrennstall gemeinsam, der von 1958 bis 1994 in der Formel 1 aktiv war.

Lotus 72 beim 34. AvD Oldtimer Grand Peix 2006

Das malaysische Konsortium „Malaysia F1 Team Sdn Bhd“ und der bisher in der Formel 3 tätige Rennstall „Litespeed F3“ sicherten sich für ihr Formel-1-Engagement nur die Rechte an dem traditionsreichen Namen. Diese Namensrechte hatte sich David Hunt, der Bruder des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters James Hunt, bereits Mitte der 1990er-Jahre aus der Konkursmasse des echten Lotus-Teams gesichert und im Sommer 2009 an Litespeed weitergereicht. Jetzt brachte Litespeed die Rechte in die Ehe mit den Geldgebern aus Malaysia ein.

Der Autohersteller „Lotus Cars“, der wie das ursprüngliche „Team Lotus“ auf Colin Chapman zurückgeht, distanzierte sich im vergangenen Sommer von der Rückkehr seines Namens in die Formel-1. Man werde, wenn nötig, auch juristische Maßnahmen ergreifen, um seinen Namen und seinen Ruf zu schützen. Inzwischen haben sich jedoch auch die heutigen Eigner des Autoherstellers „Lotus Cars“ an dem neuen Formel-1-Team beteiligt. Und auch wenn zwischen dem Autohersteller und dem neuen Team weiterhin keine direkte Verbindung besteht, wird auch der Autohersteller vermutlich von der Nutzung des Namens Lotus durch das neue Team profitieren. Selbst wenn das neue Lotus Team das Starterfeld nur am Ende auffüllen sollte.

Es scheint, als ob das Beispiel Lotus Schule macht. Einer der unterlegenen Bewerber bei der FIA ebenfalls um einen Startplatz in der Formel 1 ist unter dem Namen Brabham aufgetreten. Und da es in der Formel 1 eine gewisse Renaissance der Privatteams gibt, kann man gespannt sein, ob auf einem ähnlichen Weg wie Lotus vielleicht eines Tages auch Namen wie Vanwall oder British Racing Motors (BRM) einen Weg zurück in die Formel 1 finden werden.

Bisher kommentiert:


1
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jj
Sunday, den 24. January 2010 um 23:38
Mei,
it's all about style ...
Dummerweise kann man da ja nichts machen, wenn mit dem Verkauf der diversen Namensrechte so ein Schnickschnack getrieben wird - Lotus war Colin Chapman und das ist seit langer Zeit "Gechichte" (Zitat Birne).Â
Die Formel 1, wie ich sie ab Anfang der 70er am Nürburgring erlebt habe (Lotus mit Peterson , Brabham mit Pace und Reutemann, March mit Brambilla (!) und Stuck, BRM mit Beltoise und Pescarolo, McLaren mit Mass und Hunt, Tyrrell mit Scheckter und Depailler und all den anderen Teams) gibt es schon lange nicht mehr.
Aber: Jammern hilft nix, schaugn mer mal, was die neue Saison so bringt.
2
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Toleman
Monday, den 25. January 2010 um 12:45
Ja, die Namen der Teams und die Teams sind flüchtig. Man sehe sich nur mal die "Geschichte" des heutigen Renault-Teams an:

  • F1-Debüt 1981 als Toleman Motorsport

  • Verlauf im Mai 1985 an Benetton, Teamname bis Ende 1985 Toleman-Team, dann Wechsel in Benetton

  • März 2000 Kauf durch Renault. Teamname bleibt jedoch bis Ende 2001 Benetton und wird erst 2002 zu Renault F1

  • ab Dezember 2009 (Mehrheits-)Inhaber Genii Capital, Teamname baw. Renault F1


Einige Mitarbeiter haben alle Inhaberwechsel seit 1985 mitgemacht! Man sieht, dass die Namen einer Truppe Schall und Rauch sind!


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