Das Oldtimer-Revier hatte sich ja bereits vor einigen Tagen mit dem Rückkehr der Marke Lotus in die Formel 1 beschäftigt. Ein malaysisches Konsortium mit dem schönen Namen „Malaysia F1 Team Sdn Bhd“ und der bisher in der Formel 3 tätige Rennstall „Litespeed F3“ bringen den traditionsreichen Namen in der Saison 2010 zurück in die Formel 1. Gestern wurde in London der Einsatzwagen des Teams der Öffentlichkeit vorgestellt. Und dabei erwiesen sich die Verantwortlichen als erfreulich traditionsbewusst.

Lotus T127 - Mit diesem Rennwagen kehrt 2010 ein Lotus in die Formel 1 zurück - Foto: Lotus
Denn die Gestaltung des „Lotus Cosworth T127“ genannten Fahrzeugs orientiert sich an der Lackierung, die die Lotus-Werkswagen in den 1960er schmückte. Über das im klassischen „British Racing Green“ lackierte Fahrzeug hat man in der Fahrzeugmitte einen gelb-goldenen Strich gelegt. . Er überzieht von der Fahrzeugnase bis zum Heck den gesamten Boliden. So bezieht sich das neue Team auf die große Zeit der Marke Lotus in der Formel 1. Auf eine Zeit als Ausnahmekönner wie Jim Clark oder Graham Hill für Lotus ins Lenkrad griffen.
Bei so viel Traditionsbewußtsein muss man fast hoffen, dass die Verantwortlichen sich nur optisch an Lotus orientieren. Denn gerade in den Jahren, die das heutige Team mit seiner Farbgebung zitiert, galten die Lotus zwar als extrem schnell, aber auch als genauso zerbrechlich. Teamgründer Colin Chapman setzte mit zahlreichen Innovationen im Rennwagenbau immer wieder neue Maßstäbe, galt aber für viele auch als unverantwortlicher Fanatiker des Leichtbaus. Der dreifache Weltmeister Graham Hill soll einmal gesagt haben: „Wenn mich ein Rad überholt, weiß ich, dass ich in einem Lotus sitze.“

Lotus 69 - Formel 2 Rennwagen in klassischer Lotus-Lackierung - Foto: Tom Schwede
Trotzdem wurden die Rennwagen von Lotus in den 1960er und 1970er-Jahren häufig das Maß der Dinge. Den letzten WM-Titel des Teams sicherte 1978 Mario Andretti. Und der große Ayrton Senna fuhr 1987 in Detroit den letzten GP-Sieg für Lotus heraus. Damit gehört Lotus bis heute zu den wohl bekanntesten Namen der Formel 1. Einen Überblick zur Geschichte des echten Lotus-Teams, das letztmals beim Großen Preis von Australien 1994 an den Start ging, veröffentlichte übrigens die ARD-Sportschau jüngst in ihrem Internetauftritt.
Auch der Name des neuen Fahrzeugs bezieht sich auf das traditionsreiche „Team Lotus“. Denn alle Rennwagen aus dem Haus Lotus wurden stets einfach unter der internen Baureihenbezeichnung an den Start gebracht. 1995 wollte das „Team Lotus“ mit dem Modell 112 in der Formel 1 Weltmeisterschaft an den Start gehen. Die Pleite des Team im Winter 1994/95 verhinderte dies.

Lotus 119 - Foto: Brian Snelson
2002 stellte der Fahrzeughersteller Lotus beim Goodwood Festival of Speed eine Seifenkiste vor. Diese Lotus 119 genannte Konstruktion gilt als die schnellste bisher gebaut Seifenkiste. Schon bei dieser PR-Maßnahme hatte Lotus ausgehend von der 112 des Jahres 1995 einfach für jedes Kalenderjahr um eins hochgezählt. So landete man im Jahr 2002 bei der Bezeichnung Lotus 119. Und für das Jahr 2010 kommt man mit dem gleichen Trick zur Modellnummer 127, die das malaysische Team jetzt als Fahrzeugnamen gewählt hat.
Nur die Bedeutung des Buchstabens „T“, den der neue Formel 1 Rennwagen im Namen trägt, leuchtet nicht sofort ein. Zwar fügte auch das klassische „Team Lotus“ eben diesen Buchstaben seinen Fahrzeugnamen hinzu, als man von 1983 bis 1988 mit Turbomotoren an den Start ging. 2010 dürfen jedoch nur Saugmotoren eingesetzt werden. Insofern passt der Buchstabe eigentlich nicht zum aktuellen Fahrzeug. Aber vielleicht darf sich ja hier schlicht und einfach Teamchef Tony Fernandes im Fahrzeugnamen verewigen?
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Monday, den 15. February 2010 um 13:15
Tuesday, den 16. February 2010 um 15:20
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Wednesday, den 17. February 2010 um 22:00
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