„Whatever Lola wants Lola gets“

Natürlich fragen Sie sich, was der Titel eines populären britischen Schlagers der 1950er Jahre in einem Oldtimer-Blog zu suchen hat. Dabei ist die Lösung relativ einfach. Denn der britische Ingenieur Eric Broadley benannte seine Firma 1958 nach der besungenen Dame. Und auch wenn das Musical „Damn Yankees“, dem das Lied entstammte, kaum noch jemand kennt, ist Lola auch heute noch als Anbieter von Rennwagen aktiv.

Lola T70 im Orwell Cup

In der inzwischen mehr als 50 Jahren andauernden Firmengeschichte baute Lola zahlreiche unterschiedliche Rennwagen. Und auch wenn Graham Hill 1966 mit einem Lola T90 das Indianapolis 500 gewann, erinnern sich die Fans bis heute überwiegend an den Sportwagen Lola T70. Erstaunlich, denn dem Lola T70 blieben die ganz großen Erfolge (insbesondere in Europa) versagt. Nur in den Sprintrennen Nordamerikas lief es besser. In der 1966 erstmals ausgetragenen „Canadian-American Challenge Cup“ (CanAm) war der offene Lola T70 Spider das Auto der ersten Saison.

Lola T70 Spider

Mit drei Saisonsiegen in St. Jovite, Riverside und Las Vegas sicherte sich Lola-Pilot John Surtees überlegen den ersten Titel eines CanAm-Champions. Da Dan Gurney in Bridgehampton und Mark Donohue in Mosport zwei weitere Siege mit dem Lola T70 einfuhren, gingen em Ende gleich fünf der sechs Saisonrennen an Lola. Den totalen Triumph verhinderte Phil Hill in Laguna Seca, als er mit seinem Chaparral 2E siegte. Doch schon 1967 verlor der Lola T70 seine Überlegenheit. Der McLaren M6A übernahm die Rolle des Platzhirschen. Nur beim Saisonfinale in Las Vegas ging nochmals ein Lola T70 als erster ins Ziel.

In der Sportwagen-Szene Europas gelang es Lola es nie, die Dominanz des Ford GT40 zu brechen. Insbesondere ein Erfolg in LeMans gelang Lola nicht. Dabei sind sich der Lola T70 und der Ford GT40 im Grunde sehr ähnlich.

Wobei die Ähnlichkeit kein Zufall war

1963 brachte Broadley einen Lola Mk6 GT mit Richard Attwood und David Hobbs bei den 24-Stunden von Le Mans an den Start. Und obwohl der von einem Ford-V8-Motor angetriebene Sportwagen nicht ins Ziel kam, hatte insbesondere der großzügige Einsatz von Glasfaserkomponenten für Aufmerksamkeit gesorgt. Ford engagierte Broadley auf der Stelle als technischen Berater für das GT40-Projekt und stellte knapp ein Jahr später den Ford GT40 der Öffentlichkeit vor. Doch Broadley verlies Ford nach nur 18 Monaten wieder. Wohl auch weil der gelernte Architekt nicht weiter auf das gewohnte selbständige Arbeiten verzichten wollte. Mit Unterstützung von Tony Southgate stellte Broadley kurze Zeit später mit dem Lola T70 ebenfalls einen zweisitzigen Rennsportwagen für die Marken-Weltmeisterschaft vor.

Als Motor kam dabei ein V8-Motor von Chevrolet zum Einsatz, der ab 1968 aus rund fünf Litern Hubraum bei 7000 1/min eine Leistung von 336 kW (450 PS) lieferte. Trotzdem hatte Lola gegen die speziell entwickelten Prototypen von Ford und Ferrari bis einschließlich 1967 bei Weltmeisterschaftsrennen wenig Siegchancen. Auch der Wechsel zu Motoren von Aston Martin blieb trotz eines John Surtees am Steuer ergebnislos. Erst 1969 gelang mit Mark Donohue und Chuck Parsons am Steuer beim 24-Stunden-Rennen von Daytona ein Sieg gegen die Wettbewerber von Ford und Ferrari. Es blieb der größte Erfolg eines T70, da Porsche und Ferrari im Frühjahr 1969 mit den neukonstruierten Porsche 917 bzw. Ferrari 512S die Maßstäbe des Sportwagensports deutlich verschoben.

Der Lola T70 war kaum noch gefragt. Doch da der Lola T70 vergleichweise günstig angeboten wurde, fand sich eine andere Verwendung. Gleich mehrere Exemplare wurden bei den Dreharbeiten zum Spielfilmklassiker Le Mans, dessen Verwirklichung auf eine Idee des Hauptdarstellers und Co-Produzenten Steve McQueen zurückging, zerstört. „Getarnt“ als Porsche 917 bzw. Ferrari 512S drehte man mit ihnen die Unfallszenen. Wobei der als Stunt-Fahrer tätige David Piper einen Unterschenkel verlor.

  1. LolaLola11 12 2009

    Der Lola T70 ist unförmig und häßlich. Ford ist beim GT40 die Linienführung wesentlich besser gelungen!

  2. AnonymousAnonymous15 12 2009

    Der GT40 mag ja vielleicht etwas eleganter daherkommen, aber ich fand den T70 schon immer toll. Als ich den Anfang der 70er am Nürburgring zum ersten Mal gesehen und gehört habe, wollte ich sofort einen für meine Carrerabahn haben – die gab es für die Universal in grün. Was für ein Auto. Dieses Jahr waren einige in Goodwood beim Revival und ich fühlte mich wieder bestätigt – was für ein Auto. Die GT40 waren aber auch toll :)

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