Nach dem wunderbaren Ausflug nach Silverstone und der Rückkehr in den Alltag hat den Betreiber dieses Blogs eine fast schon unnatürliche Schreibblockade ereilt. Nichts, aber auch gar nichts, das hier Zeilen füllen könnte, wollte ihm einfallen.

Es war wie verhext. Denn die Finger weigerten sich kontinuierlich irgend einen Gedanken auf den Bildschirm zu bringen.
Doch in den vergangenen Tagen trat Besserung ein. Vielleicht weil das Leben wohl die besten Geschichten erzählt. Wie wäre es mit einer kleinen Geschichte von Betrug und gekränkter Eitelkeit? Stellen Sie sich dazu bitte einmal folgendes vor:
Sie spielen Fußball. Nicht in einem Verein, der dem DFB angehört, sondern in einer Freizeit-Liga. Gerade einmal ein Jahr dabei, hängen sie sich voll rein. Für die Webseite der Mannschaft schreiben Sie Beiträge. Nach der ersten Saison erstellen sie ein Jahrbuch.
Die Leute mögen sie, sie gehören dazu. Doch dann kippt die Stimmung. In einem schwierigen Spiel schicken Sie – heimlich und ohne es dem Schiedsrichter zu sagen – ihren wesentlich talentierteren Schwiegersohn auf das Feld. Dieser hat sich dazu getarnt und trägt eine Verkleidung, um ihnen ähnlich zu sehen.
Leider bleibt ihr Schwindel nicht unentdeckt und man kommt ihnen auf die Schliche. Statt sich einfach nur zu schämen, geben sie jetzt allen Mitspielern ordentlich Anlass zum Fremdschämen. Denn nun weisen sie darauf hin, dass der Schwiegersohn auch schon mal Fußball gespielt habe. Außerdem hätte der Mario auch schon mal mit dem Herbert getauscht. Zudem war ihnen angeblich nicht bekannt, dass das Spiel für die Freizeit-Liga gewertet werden würde. Darüber hinaus hat ihnen angeblich niemand gesagt, dass die Mannschaft nur in einer Freizeit-Liga spielt.
Keines ihrer „Argumente“ ist in irgendeiner Form als Entschuldigung geeignet. Ihre Mannschaft zeigt erstaunlich lange Nachsicht mit ihnen und versucht, sie zur Einsicht zu bewegen. Doch nicht mit Ihnen! Denn sie finden, dass sie nichts, gar nichts falsch gemacht zu haben. Schließlich hat die Mannschaft die Schnauze voll. Man stellt ihnen den Stuhl vor die Tür und legt ihnen nahe, nicht mehr zu den Spielen zu kommen. Sie schicken daher ihre Frau, die sogar wacker weiter mitspielt. Doch als sie merken, dass man ihnen keinen Rückweg anbieten wird, holen sie zum Gegenschlag aus.
Beim Auswärtsspiel im Münsterland schließen sie sich einer anderen Mannschaft an, hauptsächlich um nach dem Spiel Protest gegen die Fußball-Schuhe des Kapitäns ihrer ehemaligen Mannschaft einzulegen. Und tatsächlich sind dessen Stollen zu lang, er darf nicht weiter mitspielen.
Egal, dass sie die gleichen Stollen nutzen. Ihnen geht es ja um Gerechtigkeit. Schließlich hat der Kerl sie nach ihren Peinlichkeiten ungebührlich und beleidigend behandelt. Denn er hat ihnen im Münsterland nämlich einfach keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt.
Unabhängige Beobachter sehen das alles natürlich längst anders. Doch ihnen ist das egal, denn ihr Neid hat sie längst zerfressen. Endlich können sie es dem beliebten Mannschaftskapitän einmal ordentlich heimzahlen. Und sie haben dazu auch noch ganz andere Waffen.
Der Fußballverband bekommt jetzt einen Brief von Ihnen. Die Schienbeinschoner der Freizeit-Liga entsprechen nicht der Spielordnung. Die Stutzen sind geklingelt. Und die Tore zu groß. Nicht alle Behauptungen stimmen, aber das ist ihnen egal. Beim Verband rennen sie offene Türen ein. Und so macht der Verband Druck auf die Sportplatzbesitzer; diese sollen die Freizeit-Liga nicht mehr auf die Plätzen lassen.
Gut so! Denn wenn sie nicht mitspielen dürfen, dann soll gar keiner mehr spielen. Dabei haben sie es doch nur gut gemeint, in ihrer Naivität haben sie den Fußballverband doch sogar gebeten, einen „Runden Tisch“ mit den Koordinatoren der Freizeit-Liga zu moderieren.
Das will nur keiner. Weder der Verband, noch die Freizeit-Liga. Wer noch halbwegs klar im Kopf ist, wird mit ihnen nämlich keine weiteren Streitgespräche führen. Als Konsequenz fühlen sie sich nun wie der Sarrazin des Fußballs.
Unsere Geschichte endet hier (zunächst). Selbst verständlich können sie sich so einen Schwachsinn nicht vorstellen. Trösten sie sich, ich hätte das vor einiger Zeit auch nicht. Und natürlich ist diese Geschichte frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen oder (aktuellen) Ereignissen wäre natürlich rein zufällig.
Trotzdem gibt es leider Menschen, die nach einem kleinen eigenen Fehler – warum auch immer – zu einem großen Rachefeldzug starten. Dabei nehmen sie, ohne jede Rücksicht, sogar in Kauf, dass die eigene Freizeit-Liga zerstört wird. Ich frage mich, was solche Menschen antreibt. Ist es mangelde Aufmerksamkeit? Wurden sie als Kind nicht geliebt? Oder ist es vielleicht einfach nur Schwachsinn oder Größenwahn?
Und ob es eine Bedeutung hat, dass die Tagesthemen gerade melden, der echte Sarrazin sei von seinem Amt als Vorstand der Bundesbank zurückgetreten? Egal, immerhin hatte Sarrazin wenigstens ein Amt und wird trotz seiner Mission meist als intelligenter Mensch bezeichnet.
Bisher kommentiert:
Monday, den 13. September 2010 um 18:19
Monday, den 13. September 2010 um 21:01
Wednesday, den 15. September 2010 um 07:13
Wednesday, den 15. September 2010 um 10:49
Friday, den 17. September 2010 um 20:14
Wednesday, den 12. January 2011 um 14:51
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