Clay Regazzoni

Heute vor drei Jahren starb Clay Regazzoni bei einem Verkehrsunfall. Auf einer Schnellstraße bei Fontevivo westlich von Parma in Oberitalien kollidierte der Schweizer in seinem Chrysler Voyager mit einem Lastwagen. Während seiner Karriere im Motorsport hat Clay Regazzoni einige schwere Unfälle überlebt. Doch im Straßenverkehr scheint sein Schutzengel einmal geschlafen zu haben.

Clay Regazzoni Schriftzug am Ferrari 312T

1963 begann der Tessiner im hohen Alter von 24 Jahren mit dem Motorsport. Doch Regazzoni lernt schnell. Denn bereits zwei Jahr später stieg Regazzoni in die Formel 3 ein und wechselte schon 1968 in die Formel 2. Wieder ging es schnell bergauf. Nur zwei weitere Jahre später war Regazzoni Formel-1-Pilot. Und wurde am Steuer eines Ferrari noch im Debütjahr Dritter der Fahrer-Weltmeisterschaft. Parallel fuhr der Schweizer im Jahr 1970 weiter in der Formel 2 und wurde dort für Tecno Formel-2-Europameister. Auch in den Folgejahren ging Regazzoni bei möglichst vielen Gelegenheiten an den Start, wie dieses Foto in einem Sportwagen zeigt.

Foto: Lothar Spurzem - Clay Regazzoni beim Training zum 1000-km-Rennen am Nürburgring 1971
Foto: Lothar Spurzem – Clay Regazzoni beim Training zum 1000-km-Rennen am Nürburgring 1971

1980 beendete ein schwerer Unfall im vierten Saisonlauf die Formel-1-Karriere des Clay Regazzoni. Beim Grand Prix in Long Beach lag Regazzoni in einem Ensign an vierter Stelle, als im schnellsten Streckenabschnitt dder Strecke das Bremspedal brach. Regazzoni raste ungebremst in den in der Auslaufzone stehenden Brabham BT49 des Argentiniers Ricardo Zunino. Anschließend schlug er hart in die dahinter nur dürftig von Autoreifen geschützte Betonmauer ein. Die Bergung des Schweizers aus dem total zerstörten Ensign gestaltete sich schwierig. Regazzoni wurde schließlich mit mehreren Unterschenkelfrakturen sowie Kopf- und Rückenwirbelverletzungen geborgen. Später stellte sich heraus, dass die Wirbelverletzungen zu einer Querschnittlähmung geführt hatten.

Insgesamt ging Regazzoni für Ferrari (1970-72, 74-76), BRM (1973), Ensign (1977 und 1980), Shadow (1978) und Williams (1979) bei 132 Formel-1-Rennen an den Start. Neben 5 Pole Positions und 5 Siegen erzielte Regazzoni dabei 15 schnellste Runden und gewann 212 WM-Punkte. Sein größter Erfolg war 1974 der Titel des Vizeweltmeisters, den sich Regazzoni hinter Emerson Fittipaldi im McLaren sichern konnte.

Trotz seiner Querschnittlähmung fuhr Regazzoni weiter Rennen. Mit einer Handgasvorrichtung nahm er in den achtziger und neunziger Jahren an zahlreichen Ausgaben der Rallye Paris-Dakar. Dazu bestritt Regazzoni regelmäßig weitere Kart- und Autorennen. So ging Regazzoni zum Beispiel beim GP Tunis 2004 auf einem 1964er Ford Mustang 289 oder bei der Tour de España 2004 auf einer Lancia Aurelia BT20 2500 GT an den Start. Parallel dazu engagierte sich Regazzoni für medizinische Forschungsprojekte für Querschnittgelähmte und arbeitete als Fernsehkommentator.

Mehr zu Clay Regazzoni gibt es auf 1300ccm.de „Legenden der Formel 1: Clay Regazzoni“.

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