Volvo 345 am Straßenrand

Vor 40 Jahren stellte der schwedische Autobauer Volvo den Volvo 343 (Serie 300, 4 Zylinder, 3 Türen) vor. Drei Jahre später stellte Volvo dem Dreitürer mit dem Volvo 345 einen Fünftürer zur Seite. Der kompakte Volvo war ein paneuropäisches Auto. Denn dieser Volvo hatte seine Wurzeln in den Niederlanden und wurde von einem Motor aus Frankreich angetrieben.

Volvo 345 am Straßenrand

Volvo 345 am Straßenrand

Dafür verantwortlich war, dass Volvo 1975 den Autobau von DAF übernahm. Für Volvo war die Übernahme eine Möglichkeit, um auch ind er Kompaktklasse vertreten zu sein. DAF wurde einen Problemfall los. Denn der Lkw-Hersteller scheute weitere Investitionen in den Pkw-Bereich. Seit 1959 hatte DAF sich als Anbieter von Kleinwagen etabliert. In den Anfangsjahren trieb diese ein eigener luftgekühlter 2-Zylinder-Boxermotor an.

Eine Besonderheit der Fahrzeuge von DAF war eine Getriebeautomatik. Dieses Variomatic genannte Riemengetriebe war ein stufenloses, über Fliehkraft und elektropneumatisch gesteuertes, vollautomatisches Getriebe, das vom Fahrer nur minimale Eingriffe wie das Einlegen des Rückwärts- oder Vorwärtsganges verlangte.

DAF verliert die Lust – Volvo übernimmt

Ende der 1960 kombinierte DAF dieses Getriebe mit wassergekühlten Motor von Renault, das schien den Niederländern günstiger als eine Eigenentwicklung. Doch Anfang der 1970er-Jahre geriet DAF in finanzielle Schwierigkeiten. Volvo beteiligte sich zunächst mit einem Drittel an der Autosparte. Dazu lieferten die Schweden Know-How. Besonders die Konstruktion der Karosserie trägt in vielen Punkten eindeutig die Handschrift der Schweden.

Trotzdem verlor DAF die Lust am Autobau. Daher übernahm Volvo 1975 die Autosparte der Niederländer vollständig. Aus dem DAF 77 wurde der Volvo 343 – ein Volvo mit einem Motor von Renault unter der langen Haube und der Variomatic an der Hinterachse. Damit  war der kleine Volvo neben dem Porsche 924 das zweite Transaxle-Auto des Autojahrs 1976.

Erst ab 1978 war im Volvo 343 auch ein manuelles Schaltgetriebe lieferbar. Ein Jahr später folgte der Volvo 345 mit fünf Türen, den ich gestern zufällig am Straßenrand fand.

Notizen vom Mikro – Moderation beim 1. Open Flair Vestival in Herten

Porsche fasziniert Auto-Freunde seit mehr als 60 Jahren. Besonders die Luftgekühlten Modelle der Baureihen Porsche 356, 911, 912, 914 gelten als echte Klassiker. Mit dem Open Flair bietet die Zeitschrift PORSCHE SCENE LIVE ihnen auf dem Gelände der Zeche Ewald in Herten jetzt einmal im Jahr die große Bühne. Aufmerksame Leser dieses Blogs kennen Zeche Ewald vom ”Youngtimer Festival“.

Fotos vom 1. Open Flair Vestival in Herten

 

Das markenoffene Youngster-Treffen darf ich ja bereits seit einigen Jahren moderieren. Diesen Job habe ich – mit großer Freunde – auch heute bei der ersten Ausgabe dieses neuen Porsche-Treffens übernommen. Obwohl das Wetter nicht den ganzen Tag wie gewünscht mitspielte, hat mir das Treffen viel Spaß gemacht. Hoffe, die Bilder können das wenigstens etwas rüberbringen.

Notizen vom Mikro – Sprecher bei der Historic Trophy Nürburgring

Schon wieder fast ne‘ Woche rum. Da muss ich endlich mal wieder an dieser Stelle bloggen. Denn ich habe mir 2016 vorgenommen, über alle Sprechereinsätze zumindest einen kurzen Beitrag im Oldtimer-Revier zu verfassen. Wie in den Vorjahren habe ich auch bei der Historic Trophy Nürburgring wieder den Kampf der Zwerge als Streckensprecher begleitet.

Vorstart Kampf der Zwerge Historic Trophy Nürburgring

Vorstart Kampf der Zwerge Historic Trophy Nürburgring

 

Wie in Oschersleben war das auch am Nürburgring wieder eine spannende Geschichte. Denn bis kurz Schluß war in den Rennen nicht absehbar, wer am Ende als Erster durch Ziel fährt. Der Kampf der Zwerge machte mal wieder seinem Namen alle Ehre. Weiter geht es für mich als Sprecher übrigens bereits am kommenden Wochenende.

Am Sonntag, den 3. Juli 2016 werde ich beim „Open Flair Vestival„, dem ersten Treffen für die LiebhaberInnen (vorwiegend) luftgekühlter Sportwagen aus Zuffenhausen auf Zeche Ewald, die Fahrzeuge präsentieren. Als besonders Highlight werde ich dabei mit einem selbst mit einem Porsche anreisen. Aber dazu gibt es beim nächsten Mal sicher mehr zu erzählen.

#SoGehtCoupé – Coupés soweit das Auge reicht bei der Premiere des Audi A5 Coupé

Am Donnerstagabend war ich bei der Weltpremiere des neuen Audi A5 Coupé eingeladen. Mit einer eindrucksvollen Show stellte Audi am Firmensitz in Ingolstadt die zweite Generation seinen Mittelklasse-Coupés vor. Keine Angst, ich beschränke mich an dieser Stelle weiter auf Klassiker. Und da bot die Show in Ingolstadt tatsächlich einiges. Denn die Verantwortlichen nutzten die Premiere auch, um auf lange Coupé-Tradition des Hauses hinzuweisen. Weiterlesen

Notizen vom Mikro – Preis der Stadt Magdeburg

Mit dem Kampf der Zwerge, der HAIGO Tourenwagen-Gruppe und der Cup und Tourenwagen Trophy habe ich am vergangenen Wochenende drei Rennserien beim Preis der Stadt Magdeburg des Motorsport-Club Stuttgart als Streckensprecher begleitet.

Denny und Mono haben es sich in der Sprecherkabine gemütlich gemacht.

Denny und Mono in der Sprecherkabine
von Oschersleben.

Vier extrem unterhaltsame Rennen sorgten für einen Sprechereinsatz, der mir beim Kommentieren extrem viel Spaß machte. Wobei zumindest zwei Burschen, das alles wohl nicht so spannendend fanden. Denn meine Begleiter Denny und Mono haben die Zeit in der Sprecherkabine bevorzugt dafür genutzt, um ein kleines Nickerchen zu machen.

Den Kampf der Zwerge begleite ich ja bereits seit einigen Jahren als ständiger Sprecher. Die  Cup und Tourenwagen Trophy durfte ich in Spa 2014 bereits einmal kommentieren. Insofern war das alles für mich kein Neuland. Ganz anders als die Begleitung der HAIGO Tourenwagen. Es war sogar das erste Mal, dass ich die Tourenwagen aus dem ehemaligen „Pokal für Frieden und Freundschaft“ der (damals) sozialistischen Länder live an der Strecke gesehen habe.

Das wollte ich schon vor 30 Jahren – durfte aber nicht!

Denn Mitte der 1980er-Jahre habe ich die Rennen des Pokal für Frieden und Freundschaft mal durch Zufall in Fernsehen der „DDR“ gesehen. Mangels kommerzieller Sender speiste die Bundespost damals das Ost-Fernsehen bei uns zu Hause im Kabelnetz ein. Ich fand die Rennwagen und noch mehr sicher die Rennen auf den Naturrennstrecken im Ostblock ziemlich spannend.

Kurze Zeit später wurde ich dank Führerschein und Auto mobil. Und als ich 1987 im Fernsehen der „DDR“ einen Hinweis auf das am Wochenende am Sachsenring anstehende Rennen sah, wollte ich da hin. Mangels Zeit konnte ich mich nicht mehr um ein Visum kümmern. Doch als Kieler hatte ich ja das Recht zum Kleinen Grenzverkehr. Also habe ich mich auch ohne Visum mit meinem Zelt, etwas Verpflegung und allen, was man sonst für den Besuch eines Autorennens benötigt, auf die Reise gemacht.

Lada 2101 mit Westlackierung

Lada 2101 mit Westlackierung
(Foto: Karla Schwede)

Natürlich wusste ich, dass das Ziel Sachsenring außerhalb des erlaubten Reisegebiets lag. Doch ich hoffte darauf, dass die Organe der Grenzsicherung ein Einsehen hätten. Schließlich betonten ihre sozialistischen Dienstherren stets gern das Element der Völkerverständigung von Sportwettbewerben.

Es waren offensichtlich Lippenbekenntnisse!

Denn meine Tour zum Rennen auf dem Sachsenring endete an der Grenze, die sich gut zwei Jahre später zum Glück in Wohlgefallen auflöste.

Ohne Berechtigungsschein ist eine Einreise in die Deutsche Demokratische Republik nicht möglich! Bitte verlassen Sie das Staatsgebiet.

Den Satz und das Gesicht des Grenzsoldaten werde ich nie vergessen. Ich überlegte kurz, ob ich mit dem Herren über den Staatsbegriff diskutieren sollte. Schließlich fehlte der „DDR“ als Satellitenstaat der damaligen UdSSR in meinen Augen die Staatsgewalt.

Doch ich sparte mir diese Diskussion und akzeptierte die Sinnlosigkeit meines Unterfangens. Ich kehrte um und musste so tatsächlich 30 Jahre warten, um endlich einmal Rennwagen wie den Lada 2101, den Skoda 130 RS oder den Zastava 101 im Pulk an der Strecke sehen zu dürfen. Sie entschädigten mich mit einem spannenden Rennen. Denn offensichtlich ist die Wettbewerbsdichte bei der HAIGO recht groß. Im zweiten Lauf kamen zum Beispiel vier Starter der HAIGO Gruppe innerhalb von drei Sekunden auf den Plätzen vier bis sieben ins Ziel.

Citroën DS – eine Göttin in Essen

Die Citroën DS gilt bis heute als automobile Göttin. Dafür verantwortlich ist ihr Name. Denn die Typenbezeichnung DS verfügt im Französischen über einen ähnlichen Klang wie das Wort „déesse“ – das in der französischen Sprache Göttin bedeutet.

Citroën DS in Essen

Citroën DS neulich in Essen

Doch das alleine hätte die DS wohl wohl nicht zu dieser Ikone gemacht, die sie heute ist. Auch ihr Design und die Technik spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn als der französische Autobauer Citroën 1955 sein neues Modell DS auf dem Autosalon von Paris erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, war es der Zeit weit voraus.

Der Aufbau der Karosserie unterschied sich von nahezu allen anderen Personenkraftwagen der 1950er-Jahre. Wo andere Hersteller zu dieser Zeit auf abgerundete, stark gewölbte Formen einer Pontonkarosserie vertrauten, gab es bei Citroën die Avantgarde der Stromlinie.

Citroën DS in Essen

Das Heck der Citroën DS

Dafür erwartete der Autobauer von seinen Kunden eine gewisse Kompromissbereitschaft. Zum Radwechsel muss man die hinteren Kotflügel demontieren. Praktischerweise verfügten die ersten Modelle für den Fall der Fälle noch über eine Andrehkurbel, die sich auch zum Lösen der Befestigungsschraube der Kotflügel eignete.

Ebenfalls speziell – und ihrer Zeit voraus – war die hydropneumatische Federung. In einem Video habe ich vor einiger Zeit mal die Funktionsweise dieser Aufhängung erklärt. Im Alltag heute ist die Citroën DS selten. Um so mehr freuten Karla und ich mich kürzlich auf dem Parkplatz eines Möbelhauses, wo sein Besitzer ein paar Regale im Innenraum und auf dem Dach verstaute.

Mercedes-Benz /8 am Straßenrand

Irgendwie war mir gerade mal wieder nach einem Handy-Foto. Als ich vor ein paar Tagen aus dem Haus ging, nahm ich mir vor, den nächsten Oldtimer, der mit begegnet, hier im Blog zu posten. Ein lustiges Spiel, auch weil natürlich ich absolut keine Ahnung hatte, was mir als nächstes vor die Linse fahren würde. Und wann das passieren würde.

Mercedes-Benz /8

Mercedes-Benz /8 am Straßenrand

Tatsächlich war das Spiel nach wenigen Metern schon entschieden. Denn auf dem Weg zum Bahnhof stand da plötzlich dieser Mercedes-Benz /8 am Straßenrad. Mit der Limousine der oberen Mittelklasse wurde Mercedes-Benz ab 1967 zum Massenhersteller.

Knapp zwei Millionen Fahrzeuge baute Daimler-Benz vom „Strich-Acht“. Das waren genauso so viele Fahrzeuge, wie der Stuttgarter Autobauer zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs insgesamt auf die Räder bestellen konnte.

Der Mercedes war übrigens das erste Auto, das in der Geschichte der Bundesrepublik den VW Käfer von der Spitze der Zulassungsstatistik verdrängen konnte. 1974 verkaufte Mercedes von der Baureihe W114 (Sechszylinder) beziehungsweise W115 (Vierzylinder) immerhin 140.127 Exemplare.